Pfarrpatronin

Die Hl. Elisabeth gehört zu den bekanntesten Heiligen des deutschen Sprachraums. Ausführliche Zeugnisse von Zeitgenossen machen uns ihre Gestalt anschaulich.

Elisabeth wird im Jahre 1207 als Königstochter geboren. Von ihren Eltern erbt sie eine leidenschaftliche Veranlagung, die sich allerdings nicht in Gewalttaten, sondern, unter dem Einfluss des Evangeliums, in einer radikalen Christus- und Nächstenliebe auswirkt.

Vierjährig kommt sie auf die Wartburg bei Eisenach, wo sie zusammen mit dem Erben des thüringischen Landgrafenhauses erzogen, und inzwischen vierzehnjährig, mit Landgraf Ludwig IV. verheiratet wird.

Auffallend für ihre fürstliche Umgebung und schwer verstehbar ist, dass Elisabeth ihren Mann ebenso herzlich liebt, wie sie sich freigiebig um die Hungernden und Kranken sorgt. In der furchtbaren Hungersnot 1225 verschenkt sie, ohne das Einverständnis ihres Mannes abzuwarten, die Geld- und Getreidevorräte der Burg und die persönlichen Schätze an das Volk. Bei den Mahlzeiten achtet sie darauf, dass sie nichts isst, was den Bauern zu Unrecht entzogen worden ist. Sie pflegt Aussätzige und nimmt sich der zahlreichen Waisenkinder an.

Sie richtet ihr Leben mit immer deutlicherer Entschiedenheit an dem armen und gekreuzigten Christus aus. Ihren Glauben lebt sie konsequent: sie betet viel, hält Nachtwachen, fastet.

Ihre kurze glückliche Ehe, in der sie drei Kindern das Leben schenkt, endet 1227, als ihr Mann als Kreuzfahrer in Süditalien an einer Seuche stirbt.

Sie verlässt daraufhin die Wartburg und zieht nach Marburg. Obwohl ihr dort das Schloss gehört, gründet sie im Tal ihr drittes Hospital (nach Gotha und Eisenach). Dort pflegt sie die Kranken, unterstützt von Franziskanern. Frei geworden von fürstlichen und familiären Bindungen, lebt und wirkt sie hier als Mutter der Armen und Schwester der Kranken.

Dabei entwickelt sie eine ungewöhnliche Heiterkeit, die zeigt, dass ihr aufreibender Dienst an den Aussätzigen nicht Ausdruck einer verkrampften Selbstlosigkeit, sondern Folge einer engen Beziehung zu Jesus Christus ist. Ihn sieht sie in den geringsten seiner Brüder, aus dem Glauben an ihn erfährt sie die Kraft zur Nachfolge.

Am 17. November 1231 stirbt sie und wird am 27. Mai 1235 heilig gesprochen.


Quelle: Bistum Fulda und Pfarrer B.H. Mey